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Iranischer Präsident: Massud Peseschkian und die Machtverteilung

Wenn im Iran ein neuer Präsident vereidigt wird, fragen sich viele: Hat er wirklich etwas zu sagen? Seit Juli 2024 ist Massud Peseschkian im Amt – ein Herzchirurg und Reformer, der mit großen Hoffnungen antrat. Doch die eigentliche Macht liegt woanders. Dieser Artikel zeigt, wer im Iran wirklich regiert und wie viel Spielraum ein Präsident überhaupt hat.

Aktueller Präsident: Massud Peseschkian ·
Amtsantritt: 28. Juli 2024 ·
Oberster Führer: Ali Khamenei ·
Amt geschaffen: 1980 ·
Anzahl Präsidenten seit 1980: 8

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Exakte Machtverteilung zwischen Präsident und Oberstem Führer in Einzelfällen
  • Zukünftige politische Richtung unter Peseschkian
  • Nachfolge und Gesundheitszustand Khameneis sowie Systemstabilität
3Zeitleisten-Signal
  • 2024: Tod Raisis bei Hubschrauberabsturz, Neuwahl, Peseschkian gewinnt (Deutschlandfunk)
4Wie es weitergeht
  • Peseschkian muss Reformen gegen den Wächterrat und Khamenei durchsetzen

Fünf zentrale Fakten zum iranischen Präsidentenamt – ein Muster: Der Präsident wird vom Volk gewählt, doch seine Macht ist durch den Obersten Führer begrenzt.

Merkmal Wert
Amtssitz Teheran
Amtszeit 4 Jahre, einmalige Wiederwahl möglich
Wahlsystem Direktwahl, Kandidaten vom Wächterrat geprüft
Aktueller Amtsinhaber Massud Peseschkian
Vorgänger Ebrahim Raisi (2021–2024)

Wer regiert aktuell im Iran?

Wer ist der oberste Führer im Iran?

  • Ali Khamenei ist seit 1989 der Oberste Führer – er wird vom Expertenrat auf Lebenszeit gewählt (Auswärtiges Amt).
  • Er ist Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte (Auswärtiges Amt).
  • Khamenei kontrolliert die Justiz, das Militär und die Medien – der Präsident ist ihm untergeordnet (Deutschlandfunk).

Wer ist der Präsident des Irans?

  • Massud Peseschkian, ein 70-jähriger Herzchirurg, ist seit dem 28. Juli 2024 Präsident (Auswärtiges Amt).
  • Er gewann die Stichwahl am 5. Juli 2024 (Deutschlandfunk).
  • Der Präsident bildet mit Zustimmung des Parlaments ein Kabinett (Auswärtiges Amt).
  • Für aktuelle Nachrichten aus aller Welt siehe auch Neues aus der Welt: Nachrichten & Film erklärt.
Das Paradox

Peseschkian wurde mit Reformversprechen gewählt, doch wichtige Entscheidungen trifft Khamenei allein – so die Einschätzung der SWP-Iran-Expertin Azadeh Zamirirad (Deutschlandfunk).

Die Implikation: Der Präsident hat im iranischen System eine eher repräsentative Funktion – echte Macht liegt beim Obersten Führer.

Was für ein Regime herrscht im Iran?

Wie stürzte der Ayatollah den Schah?

  • Die Islamische Revolution 1979 beendete die Monarchie von Schah Mohammad Reza Pahlavi (Deutschlandfunk).
  • Seitdem wird der Iran autoritär von einem schiitischen geistlichen Führer regiert (Deutschlandfunk).
  • Das politische System vereint Präsidentenamt und religiöse Führung – eine Islamische Republik mit theokratischen Elementen (Auswärtiges Amt).
Was das bedeutet

Legislative, Exekutive und Judikative sind dem Religionsführer unterstellt – der Präsident ist nur ein Teil eines Systems, das von oben gesteuert wird.

Der Trade-off: Die Iraner wählen ihren Präsidenten direkt, doch der Wächterrat – ernannt vom Obersten Führer – prüft alle Kandidaten und kann unliebsame Bewerber ausschließen.

Wie mächtig ist Ali Khamenei?

Was ist die Rolle des Obersten Führers?

  • Khamenei ist seit 1989 Oberster Führer und wird vom Expertenrat auf Lebenszeit gewählt (Auswärtiges Amt).
  • Er ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und kontrolliert die Justiz (Auswärtiges Amt).
  • Der Oberste Führer hat das letzte Wort in allen strategischen Fragen – von Atomprogramm bis Außenpolitik (Deutschlandfunk).

Wer hat mehr Macht – Präsident oder Chamenei?

  • Der Präsident ist dem Obersten Führer klar untergeordnet (Deutschlandfunk).
  • Wichtige Entscheidungen werden ausschließlich von Khamenei getroffen (Deutschlandfunk).
  • Der Präsident kann nur mit Zustimmung des Parlaments ein Kabinett bilden – und auch das Parlament ist nicht unabhängig (Auswärtiges Amt).
  • Die geopolitische Lage erinnert an andere Machtgefüge – Putins Bedingungen Ukraine Krieg: Aktuelle Forderungen zeigen ähnliche Entscheidungskonzentration.

Die Konsequenz: Selbst ein Reformpräsident wie Peseschkian stößt schnell an Grenzen, wenn Khamenei nicht zustimmt.

Liste der iranischen Präsidenten

Iranische Präsidenten Liste ab 1945

  • Das Präsidentenamt wurde 1980 eingerichtet – erster Präsident war Abolhassan Banisadr (Wikipedia-Liste der Präsidenten).
  • Seit 1980 gab es acht Präsidenten: Banisadr, Rajai, Khamenei, Rafsandschani, Khatami, Ahmadinedschad, Rohani, Raisi und nun Peseschkian.
  • Der Präsident wird in allgemeinen Wahlen für vier Jahre bestimmt und kann nur einmal wiedergewählt werden (Wikipedia-Eintrag zum Iran).

Wer war der iranische Präsident früher?

  • Ebrahim Raisi war von 2021 bis zu seinem Tod im Mai 2024 Präsident (Deutschlandfunk).
  • Nach Raisis Tod war Mohammed Mochber ab dem 19. Mai 2024 kommissarischer Präsident (Wikipedia-Liste der Präsidenten).
  • Massud Peseschkian trat das Amt am 28. Juli 2024 an (Wikipedia-Liste der Präsidenten).
Fazit: Der iranische Präsident ist nicht der starke Mann im Staat – das ist der Oberste Führer. Für Reformwähler: Peseschkian bietet Hoffnung auf moderate Veränderungen, aber keine Garantie. Für Beobachter: Die Machtarchitektur bleibt stabil, solange Khamenei lebt.

Das Muster: Die Liste der Präsidenten zeigt, dass das Amt ungeachtet wechselnder Personen stets dem Obersten Führer untergeordnet blieb.

Hubschrauberabsturz und Tod des iranischen Präsidenten

Wie starb Ebrahim Raisi?

  • Präsident Ebrahim Raisi starb bei einem Hubschrauberabsturz im Mai 2024 (Deutschlandfunk).
  • Sein Tod führte zu vorgezogenen Neuwahlen (Deutschlandfunk).
  • Massud Peseschkian gewann die Wahl und wurde neuer Präsident (Deutschlandfunk).
  • Ein Vergleich der Machtstrukturen findet sich auch in der aktuellen Weltnachrichten-Berichterstattung.

Das Muster: Der Tod eines Präsidenten löst im Iran keine Systemkrise aus – die Macht des Obersten Führers bleibt unangetastet.

Iranische Revolution und Kleiderordnung

Dürfen Mädchen im Iran Jeans tragen?

  • Nach der Revolution 1979 wurde die Kleiderordnung strenger – der Hidschab wurde Pflicht.
  • Heute gibt es regionale Unterschiede: In Teheran sind Jeans verbreitet, aber die Kleidungsvorschriften bestehen formal.
  • Die Kleiderordnung ist ein Symbol für den Einfluss der Religionsführer auf das tägliche Leben.

Die Ironie: Während der Präsident liberale Signale senden kann, liegt die letzte Entscheidung über Kleidungsvorschriften beim Obersten Führer und der Justiz.

„Der Präsident hat im iranischen System eine eher repräsentative Funktion. Wichtige Entscheidungen würden ausschließlich von Khamenei getroffen.“

– Azadeh Zamirirad, Iran-Expertin der Stiftung Wissenschaft und Politik, im Deutschlandfunk

„Der Oberste Führer ist das Staatsoberhaupt des Iran und wird von einer Klerikerversammlung auf Lebenszeit gewählt.“

– Auswärtiges Amt

Für Reformbefürworter im Iran ist die Wahl Peseschkians ein kleiner Hoffnungsschimmer. Doch die Machtarchitektur bleibt: Der Oberste Führer entscheidet, der Präsident verwaltet. Solange Khamenei lebt, wird sich daran wenig ändern. Die Frage ist, ob Peseschkian innerhalb dieser Grenzen Spielräume nutzen kann – oder ob er scheitert wie seine reformorientierten Vorgänger.

Weitere Quellen

taz.de, zdfheute.de, tagesschau.de

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Amtszeit des iranischen Präsidenten?

Vier Jahre, mit der Möglichkeit einer einmaligen Wiederwahl.

Kann der iranische Präsident wiedergewählt werden?

Ja, einmal. Nach zwei Amtszeiten ist eine erneute Kandidatur nicht möglich.

Wer wählt den iranischen Präsidenten?

Das Volk in einer Direktwahl. Allerdings prüft der Wächterrat alle Kandidaten vorab.

Welche Befugnisse hat der iranische Präsident?

Er bildet das Kabinett (mit Zustimmung des Parlaments) und leitet die Exekutive – aber wichtige Entscheidungen trifft der Oberste Führer.

Was passiert, wenn der Präsident stirbt?

Der Erste Vizepräsident übernimmt kommissarisch, und es werden vorgezogene Neuwahlen innerhalb von 50 Tagen abgehalten.

Wer war der erste Präsident des Iran?

Abolhassan Banisadr, gewählt 1980 nach der Islamischen Revolution.

Wie viele Präsidenten hatte der Iran seit 1980?

Acht: Banisadr, Rajai, Khamenei, Rafsandschani, Khatami, Ahmadinedschad, Rohani, Raisi und Peseschkian.

Fazit: Der iranische Präsident ist das Gesicht der Regierung – aber nicht der Machthaber. Für Leser, die verstehen wollen, wer im Iran wirklich regiert: Der Oberste Führer Ali Khamenei ist der entscheidende Akteur. Für alle, die auf Reformen hoffen: Peseschkian kann moderate Akzente setzen, aber die roten Linien bleiben.



Patrick Graf
Patrick GrafRedaktionsmitarbeiter

Patrick Graf ist Senior Reporter bei Wirtschaftsquelle.